Chemische Faktoren – Säuren

Der Säuregehalt ist der wichtigste chemische Faktor und die Basis erosiver Prozesse.

Säuren:


1. Definition:

  • Eine chemische Verbindung, deren pH-Wert unter 7 liegt, wenn sie in Wasser aufgelöst wird.
  • Die Menge der Wasserstoffionen (H+), die aus den Säuremolekülen freigesetzt werden, definiert die Senkung des pH-Werts der Lösung und den Säuregrad der Verbindung.


2. Beschreibung:

  • Die allgemeine Reaktionsgleichung für die Dissoziation einer Säure (HA) lautet: HA <–> A- + H+    (HA = Säure).
  • Säuren unterscheiden sich in ihrer Dissoziationsfähigkeit, welche durch die Säurekonstante (pKa-Wert) definiert wird. Im Prinzip steht der pKa-Wert für das Verhältnis zwischen der Konzentration dissoziierter und undissoziierter Säure. Je niedriger der pKa-Wert, umso stärker die Säure.
     
a. Titrierbare Säure:
  • Säuren haben unterschiedliche titrierbare Säuregrade.
  • Die titrierbare Säure ist ein Mass für die Gesamtmenge einer definierten Base, die benötigt wird, um eine Flüssigkeit zu neutralisieren.
  • Säuren können durch Basen zu Wasser und Salzen neutralisiert werden. 

b. Sättigung:
  • Das erosive Potenzial einer chemischen Verbindung hängt grösstenteils von ihrer Sättigung mit Zahnmineralien (Ca2+, CO32-, F- aus Hydroxylapatit) ab, denn bei Erosionsprozessen reagieren Säuren (H+-Ionen) mit Anionen aus Zahnmineralien.
  • Je stärker eine chemische Verbindung mit Zahnmineralien gesättigt ist, umso geringer ist ihr erosives Potenzial.


3. Zusammenfassung:


Das erosive Potenzial von Nahrungsmitteln und Getränken hängt davon ab, wie stark sie mit Zahnmineralien und anderen chemischen Substanzen gesättigt sind (Lussi & Jaeggi 2006a).

Im Folgenden sind verschiedene chemische Faktoren aufgeführt, die das erosive Potenzial von Nahrungsmitteln und Getränken beeinflussen:
  • pH-Wert und titrierbare Säure des Produkts
  • Art der Säure (pKa-Wert) und Säurekonzentration
  • Adhäsion des Produkts an der Zahnoberfläche
  • Chelatbildungseigenschaften des Produkts
  • Kalzium-, Phosphat- und Fluoridkonzentration