Messung des Zahnerosionsverlaufs

Ein 6-jähriges Follow-up von 55 Patienten hat ergeben, dass erosive Läsionen ohne präventive Massnahmen weiter fortschreiten (Lussi & Schaffner 2000).
Diese Progression korreliert mit einem vermehrten täglichen Konsum säurehaltiger Getränke oder Nahrungsmittel, der Gewohnheit, Getränke längere Zeit im Mund zu halten oder zu spülen, und einem geringen Puffervermögen des Speichels (Lussi & Schaffner 2000, O‘Sullivan & Curzon 2000).

Es gibt kein standardisiertes Beurteilungsverfahren für das Fortschreiten erosiver Prozesse. Das Spektrum der Untersuchungsmethoden reicht von der Anfertigung konsekutiver Abgüsse, die sich nur schwer quantifizieren lassen, bis hin zu genauen, aber kostspieligen computergenerierten 3D-Bildern übereinandergelegter Aufnahmen. Eine einfache Methode arbeitet mit Metallmarkern, die auf die Zahnoberflächen aufgebracht werden und als Referenz dienen (Bartlett et al. 1997).

Amalgamfüllungen und Metallmarker können bei der Überwachung des Erosionsprozesses helfen. Mit zunehmendem Zahnsubstanzverlust “ragen” die Amalgamfüllungen über die Zahnoberfläche hinaus, und die Metallmarker werden deutlicher sichtbar.
Frisch aufgebrachte Metallmarker zur Messung der Erosionsprogression
Okklusale Erosion mit freiliegendem Dentin
Bei diesem Patienten ist die Erosion mit freiliegendem Dentin deutlich erkennbar. Durch den Zahnsubstanzverlust hat sich der sichtbare Teil der Amalgamfüllungen um mehrere Millimeter vergrössert. Ätiologie: ausgeprägte Refluxepisoden.
Derselbe Patient ein Jahr sp├Ąter
Ein Jahr später sind die Amalgamfüllungen verschwunden. Durch die ständigen Säureangriffe ist sogar der zugrunde liegende Defekt mehr oder weniger nivelliert worden.
Leider gibt es immer noch keine einfachen, standardisierten Verfahren zur Überwachung der Erosionsprogression in der zahnärztlichen Praxis.